Freiwillig und hochmotiviert

21.02.2012

Gowshiga Sivalingam und Hans-Jürgen Wetzer sind zwei Menschen, die nicht viel gemeinsam haben. Gowshiga Sivalingam ist 19 Jahre alt und möchte Medizin studieren, Hans-Jürgen Wetzer ist 62 und möchte sein Leben sinnvoll nutzen und nicht tatenlos rumsitzen. Beide sind Bufdis, am Helios Klinikum in Duisburg.

Insgesamt sechs Bufdis gibt es in der Klinik. „Orientiert an der Anzahl von Zivildienstleistenden, die wir früher hatten, könnten es noch wesentlich mehr sein“, sagt Peter Frankenstein, der als Stabsstelle der Pflegedirektion für die Bereiche Praxisanleitung und innerbetriebliche Fortbildung zuständig ist. „Es fehlt da aber schlicht an Geldern vom Bund - die waren mit dem großen Interesse am Bundesfreiwilligendienst wohl ein wenig überfordert.“ 

Die Freiwilligen arbeiten in Vollzeit, von 7.30 Uhr bis 16 Uhr. „Wenn ich noch gebraucht werde, bleibe ich natürlich auch länger“, sagt Hans-Jürgen Wetzer. „Ich lasse keinen Patienten stehen und sage: ‘Ne, das geht jetzt nicht mehr, ich habe Dienstschluss’“. Der 62-jährige war der erste Bufdi am Helios Klinikum. Wetzer wird in der Patientenbegleitung eingesetzt und ist in allen Stationen unterwegs. […]

„Das Schöne an den Bufdis ist, dass wir sie dort einsetzen können, wo sie am besten hinpassen“, sagt Frankenstein. „Deswegen arbeitet Herr Wetzer auch in der Patientenbegleitung - er geht sehr herzlich mit den Menschen um“. Ein weiterer Vorteil der Bufdis gegenüber den Zivis sei ihre große Motivation. „Bei den Zivis gab es immer gute und weniger gute - einige rissen einfach nur ihren Dienst ab, hatten nicht wirklich Lust darauf“, sagt Frankenstein. „Die Bufdis sind alle auf eigenen Wunsch hier und wollten auch genau zu uns - entsprechend motiviert sind sie“.[…]

Die 19-jährige Gowshiga Sivalingam arbeitet an der sogenannten Schleuse vor den Operationssälen. Sie begleitet die Patienten zur Operation und darf sogar bei den Operationen selbst assistieren. […] Die Einsatzstelle ist für sie ein Traumjob: „Ich bekomme viel zu sehen und lerne jeden Tag etwas dazu“, schwärmt Sivalingam, die die Zeit als Bufdi nutzt, um die Wartezeit auf einen Medizinstudienplatz zu überbrücken. […]

Außer ihr sind noch andere junge Menschen im Klinikum als Bufdis beschäftigt, die später auch im medizinischen Bereich arbeiten wollen. „Den guten Bufdis schreibe ich ein entsprechendes Zeugnis - die bekommen so natürlich leichter einen Ausbildungsplatz, beispielsweise im Pflegebereich“, sagt Frankenstein.

Quelle: Der Westen vom 20.02.2012
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/freiwillig-und-hochmotiviert-id6370901.html

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