Werden Sie Teil einer neuen Kultur der Freiwilligenarbeit im städtischen Gemeinwesen
1. Wer kann Bundesfreiwilligendienst machen?
Sie möchten sich freiwillig im städtischen Gemeinwesen engagieren? Der Bundesfreiwilligendienst bietet Ihnen diese Möglichkeit, unabhängig von Ihrem Alter (wenn Sie Ihre Schulpflicht absolviert haben), Ihrem Geschlecht, Ihrer Nationalität oder der Art Ihres Schulabschlusses.
Der Bundesfreiwilligendienstes dauert in der Regel 12 Monate. Sie können aber auch auf 6 Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern, maximal möglich sind 24 Monate. Menschen, die älter als 27 Jahre sind, können auch in Teilzeit (mindestens 20 Stunden pro Woche) tätig werden. Während dieser Zeit haben Sie Anspruch auf den Ihnen gesetzlich zustehenden Urlaub.
Prinzipiell ist ein Einstieg jederzeit möglich. Es gibt keine festen Termine. Den Beginn Ihres freiwilligen Engagements können Sie individuell mit Ihrer Einsatzstelle vereinbaren.
2. Welche Tätigkeiten stehen zur Auswahl?
Sie können im Bundesfreiwilligendienst interessante gemeinwohlorientierte und arbeitsmarktneutrale Aufgaben in vielfältigen Einsatzbereichen städtischer Einsatzstellen übernehmen: Soziales (Kinder und Jugendhilfe, Jugendarbeit, Wohlfahrts-, Gesundheits- und Altenpflege, Integration, Behindertenhilfe), Umwelt- und Naturschutz, Sport Kultur- und Denkmalpflege, Bildung, Schule, Zivil- und Katastrophenschutz. Weitere Informationen sowie konkrete Beispiele für Aufgaben in realen Einsatzstellen finden Sie in der jeweiligen Unterrubrik.
3. Was bekomme ich für meinen freiwilligen Einsatz?
Sie werden vor Ort von einer Fachkraft betreut, von der Sie eine fachliche Anleitung erhalten, die sie unterstützt und berät sowie Ihnen Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt. Darüber hinaus erhalten Sie kostenlose Bildungsseminare. Ältere Freiwillige nehmen an diesen Seminaren in angemessenem Umfang teil. Ziel dieser pädagogischen Begleitung ist es, soziale, ökologische, kulturelle bzw. interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl zu stärken.
Der Bundesfreiwilligendienst ist eigentlich ein freiwilliges Engagement und damit ein unentgeltlicher Dienst. Dennoch erhalten Sie ein Taschengeld in Höhe von maximal 330 Euro. Ab dem 1. Januar 2012 erhöht sich die Höchstgrenze für das Taschengeld auf 336 Euro monatlich. Dieser Betrag kommt nur bei Neuverträgen mit Einsatzbeginn nach dem 31. Dezember 2011 zur Anwendung. Wie hoch das Taschengeld ausfällt, das sie erhalten, ist mit den Einsatzstellen frei auszuhandeln. Darüber hinaus werden Ihnen einige Einsatzstellen auch Sachleistungen zur Verfügung stellen, oder die Kosten dafür ersetzen. Fragen Sie einfach nach den konkreten Leistungen Ihrer städtischen Einsatzstelle.
Empfänger von Rentenleistungen sollten mit der zuständigen Rentenkasse klären, ob und ggf. inwieweit die Leistungen aus dem Bundesfreiwilligendienst auf die Rente angerechnet werden. Empfänger von Leistungen nach der Grundsicherung (z.B. ALG II) sollten unbedingt mit der Agentur für Arbeit klären, inwieweit die Leistungen aus dem Bundesfreiwilligendienst auf die Grundsicherung angerechnet werden. Für Bezieher von ALG II gilt grundsätzlich ab dem 1.1.2012, dass ein Betrag in Höhe von 175 € des Taschengeldes, bei volljährigen Hilfebedürftigen für die Beiträge zu privaten Versicherungen eine Pauschale in Höhe von 30 € sowie notwendige Ausgaben von der Anrechnung ausgenommen sind (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nummer 3 SGB II i.V.m. § 6 der ALG II-V).
Die städtischen Einsatzstellen übernehmen darüber hinaus Ihre gesetzlichen Sozialversicherungen, d.h. sie zahlen Ihre Beiträge für die gesetzliche Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
Nach Abschluss des Bundesfreiwilligendienstes erhalten Sie von der Einsatzstelle ein qualifiziertes Zeugnis.
Und nicht zu vergessen: Sie sammeln wertvolle Lebenserfahrungen, gewinnen Einblicke in neue Arbeitsbereiche, können sich beruflich orientieren und Ihre sozialen Kompetenzen ausbauen. Sie finden Bestätigung weil sie gebraucht werden und fördern das soziale Miteinander.
4. Wie finde ich eine passendes Angebot?
Auf unserer Webseite finden Sie den Link zur offiziellen Platzbörse mit interessanten freien Plätzen im Bundesfreiwilligendienst. Geben Sie dort einfach Ihre Wünsche ein und Sie werden entsprechende Kontaktdaten passender städtischer Einsatzstellen finden.
Sollten Sie dort nicht fündig werden, können Sie unter dem jeweiligen Einsatzbereich auch den Link zu den für Ihre Region zuständigen Regionalbetreuer, den Sie jederzeit kontaktieren und nach passenden städtischen Einsatzstellen befragen können.
Sie können aber auch einfach bei der Stadt direkt anrufen oder eine interessante städtische Einrichtung direkt ansprechen.
5. Wie kontaktiere ich die städtische Einsatzstelle?
Sobald Sie eine passende städtische Einsatzstelle gefunden haben, können Sie sich dort melden, nach den Details des angebotenen Platzes fragen und einen Termin für ein erstes Kennenlerngespräch vereinbaren.
6. Wie verhalte ich mich, wenn ich Interesse an dem Angebot habe?
Sagt Ihnen das Angebot zu? Haben Sie sich entschlossen, sich freiwillig für das städtische Gemeinwesen zu engagieren? Dann fragen Sie nach einer entsprechenden Vereinbarung und unterzeichnen Sie diese. Ihre städtische Einsatzstelle wird alles Weitere für Sie erledigen.
7. Wie sind die Erfahrungsberichte?
Erfahrungsberichte aus Braunschweig
Seit dem 1. Juli ist der BFD'ler Daniel Winkler in der Integrationshilfe
für junge Erwachsene (Inti), Humboldstraße 35, 38106 Braunschweig eingestellt:
"In der 13. Klasse habe ich meine Facharbeit
über die Inti geschrieben. Ein Kumpel von mir wurde damals von der Inti betreut
und somit haben wir gemeinsam die Facharbeit geschrieben. Das bedeutet also,
dass ich schon vor Dienstantritt etwas besser über die Inti Bescheid wusste.
Ich habe den Bundesfreiwilligendienst angetreten,
weil ich nach meinem Schulabschluss zum Einen etwas Soziales tun wollte und zum
Anderen noch nicht genau wusste, in welche Richtung mein Studium gehen sollte.
Außerdem wollte ich auch mein erstes eigenes Geld verdienen, um ein bisschen
unabhängiger zu werden.
Die Arbeit in der Inti gefällt mir sehr gut, da ich
in vielen Bereichen arbeiten darf. Zum einen ist da die Arbeit mit den
Jugendlichen, die in der Inti wohnen. Man lernt dadurch viele verschiedene
Charaktere und deren Lebensläufe kennen. Außerdem wurde ich in die komplexe
Büroarbeit eingeweiht und bekomme handwerkliche Praxis, indem ich im Haus oder
in den Außenwohnungen z.B. Renovierungs- oder Malerarbeiten durchführen darf.
Die Eigenschaft, die die Integrationshilfe aus der
Masse heraushebt, ist das Klima innerhalb des Teams. Alle Mitarbeiter
respektieren sich gegenseitig und sind sehr freundlich zueinander. Dadurch wird
wie von selbst die Arbeitsmoral erhöht und man geht nie ungerne zur Arbeit.
Dieses Klima im Verbund mit den variantenreichen Aufgaben machen den
Bundesfreiwilligendienst zu einer ausgezeichneten Erfahrung."
Dunja
Aster hat Ihren Bundesfreiwilligendienst im Kinder- und Jugendzentrum Rühme,
Gifhorner Straße 175, in
Braunschweig am 1. September angetreten:
"Ich wollte nach der Schule was Praktisches machen. Ich
konnte mir gut vorstellen, mit Kinder und Jugendlichen zu arbeiten, weil ich in
meinem Handballverein auch schon Kinder trainiert habe. Ich strebe im nächsten
Jahr eine Ausbildung an. Meine derzeitigen Aufgaben im Kinder- und
Jugendzentrum sind zum einen unterstützende Tätigkeiten wie Besorgungsfahrten,
Botengänge, leichte hausmeisterliche Tätigkeiten und das Sauberhalten von
Grundstück und Küche. Desweiteren bin ich im "Offenen-Tür-Bereich"
tätig. Dort spiele ich mit den Kindern und Jugendlichen. Durch meine offene Art
konnte ich schon viele näher kennenlernen. Geplant ist, dass ich demnächst auch
eigene pädagogische Angebote mache.“
Erfahrungsberichte aus Düsseldorf
Kinderhilfezentrum Eulerstraße
Julia Fuhrmann:
„Ich habe mich für den BFD entschieden, da ich erstmal in Ruhe ein paar Erfahrungen sammeln wollte, um herauszufinden, ob mir die Arbeit mit Kindern wirklich so gut gefällt, wie ich immer dachte. Ich habe mich im Internet über die verschiedenen Einsatzstellen schlau gemacht und mir hat das Kinderhilfezentrum in Düsseldorf besonders gut gefallen.
Ich bringe die Kinder aus meiner Wohngruppe in die Schule, hole sie ab und spiele mit den Kindern in der Gruppeneinrichtung oder auf dem Hof. Manchmal machen wir gemeinsame Ausflüge. Darüber hinaus unterstütze ich in vielen verschiedenen Bereichen, zum Beispiel helfe ich der Haushaltskraft.
Nach dem BFD möchte ich entweder zur Polizei oder etwas Soziales studieren, also soziale Arbeit oder Ähnliches.“
Mathias Horster:
„Ich habe mich für den BFD entschieden, weil ich nach der Schule nicht direkt weiter lernen und studieren, sondern den Arbeitsalltag kennenlernen wollte. Des Weiteren bietet dieses Jahr eine sehr gute Möglichkeit zur Orientierung, da ich mir noch nicht zu 100 Prozent sicher war, welcher Beruf der richtige für mich ist.
Ich bin auf die Stadt Düsseldorf aufmerksam geworden weil mein Vater mir den Tipp gegeben hat im Internet auf der Homepage der Landeshauptstadt Düsseldorf nachzuschauen, weil dort noch Freiwillige gesucht wurden. Das habe ich dann gemacht und direkt beworben.
Mein Aufgabenspektrum ist sehr vielfältig. Ich helfe der Hauswirtschaftskraft beim einkaufen, kochen und sauber machen. Wenn die Kinder mittags aus der Schule kommen, begleite ich sie zu den Therapien, gehe mit ihnen einkaufen, passe auf, wenn sie draußen spielen oder hole sie von der Schule ab.
Was ich nach dem BFD anstrebe steht noch nicht zu 100 Prozent fest, aber ich möchte gerne studieren. Wahrscheinlich wird es ein Duales Studium mit dem Abschluss Bachelor of Laws.“
Bettina Fiess:
„Bei mir war es eine sehr spontane Entscheidung. Ich habe mein Studium abgebrochen, weil es nicht das Richtige für mich war. Da dies sehr kurzfristig geschah, war es zu spät, sich für ein Jahrespraktikum zu bewerben. Somit war der BFD bei mir ungeplant aber dennoch sehr passend.
Ich habe gezielt nach Einrichtungen mit Kindern gesucht. Für mich war klar, dass ich in einem Kinderheim arbeiten möchte. Den Internetauftritt des Kinderhilfezentrums Düsseldorf fand ich sehr ansprechend und auch das Konzept hat mir auf Anhieb gefallen. Nach den Telefonaten und nachdem ich einmal an dem Gelände vorbei gegangen war, war mir klar, dass hier eine schöne Atmosphäre herrschen muss. Das Gelände alleine strahlt schon etwas Ruhiges und Liebevolles aus.
Ich bin in der Kleinkinderschutzgruppe des Kinderhilfezentrums. Meine Aufgaben beziehungsweise Tätigkeiten sind:
Spielen mit den Kindern, Baden, Zubettbringen, zu Terminen beziehungsweise Kindergarten, Spielgruppe, Schule bringen und abholen, Essen zubereiten, Wickeln, Füttern, Wäsche waschen, Putzen, Einkaufen. Langweilig wird es hier nie!
Nach dem BFD werde ich Sozialpädagogik an der FH Düsseldorf studieren.“
Landschaftpflegestation Hexhof
Georg Mill (47 Jahre):
Die Entscheidung für den BFD entstand aus dem Wunsch, finanzielle Leistungen in Form von freiwilliger Arbeit an die Gemeinschaft zurückzugeben. In der Vergangenheit habe ich eine aus Sozialleistungen finanzierte IT-Ausbildung erfolgreich abschließen können. Die Entscheidung für die Stadt Düsseldorf hat sich aus rein pragmatischen Gründen ergeben. Da ist zunächst die gute Erreichbarkeit des Hexhofes per Fahrrad oder zu Fuß.
Die Arbeit in der freien Natur liegt mir als passionierten Montainbiker sehr. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Pflegemaßnahmen von Reit- und Fuß- bzw. Wanderwegen, die Arbeit mit Maschinen und der verantwortungs- und respektvolle Umgang mit den Arbeitskollegen gehört ebenso dazu, wie der wöchentliche Putzdienst. Es gibt jeden Tag neue, interessante Aufgaben.
Der BFD ist eine Möglichkeit für mich, dem Arbeitsmarkt zu signalisieren, dass ich gerne arbeiten will und kann. Welche Arbeit dies konkret sein wird, hängt natürlich auch davon ab, was auf dem Arbeitsmarkt verfügbar ist. Ich kann mir sehr gut vorstellen, im "grünen" Bereich eine dauerhafte, fair bezahlte Arbeit anzunehmen beziehungsweise als Helfer im Bereich Gärtnerei oder Zierpflanzenbau tätig zu sein.
Gennaro Troia (18 Jahre):
Da ich nach meinem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz fand, habe ich mich alternativ für den BFD entschieden. Der Freiwilligendienst bietet mir die Möglichkeit, in einen Beruf hineinzuschnuppern. Ich bin auf die Einsatzstelle in Düsseldorf aufmerksam geworden durch einen Freund aus Neuss, der auch BFD´ler am Hexhof ist.
Mein Aufgabenfeld ist sehr vielfältig!
Vom Entschlammen von Teichen, der Neuanlage von Tonteichen, bis zum Äpfel pflücken ist alles dabei. Das, was mir richtig Spaß macht, ist das Arbeiten mit den Geräten, bei z.B. drohenden Astbruch und das zerkleinern von Ästen usw. mit dem Astholzzerkleinerer.
Nach dem BFD strebe ich unbedingt eine Ausbildung an. Entweder weiter im "grünen" Bereich oder als Installateur.

